Arthrose ist heilbar!?
- Knackpunkt Physio

- 21. Juli 2021
- 3 Min. Lesezeit

Schmerzen im Knie, im Hüft- oder im Schultergelenk
führen viele früher oder später zum
Orthopäden. Oft wird nach den entsprechenden Untersuchungen Arthrose als Ursache für die Beschwerden festgemacht. Aber ist diese strikte Zuordnung wirklich folgerichtig. Ich sage ganz klar nein, ist sie nicht. In über 90 % der Fälle ist nicht der Knorpelverschleiß Schuld an den Schmerzen, sondern Überspannungen im Muskeln- und Fasziensystem.
Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:
Schmerzen treten häufig schon auf, bevor der Gelenkknorpel nennenswert zurückgegangen ist. Dieser ist aber überhaupt nicht schmerzempfindlich, er besitzt keine entsprechenden Rezeptoren.
Schmerz entsteht im Gehirn und ist als Alarmsignal zu betrachten. Rezeptoren melden zum Beispiel aus dem Knie- oder Hüftgelenk eine erhöhte mechanische Belastung. Die zugeordneten Zentren verarbeiten diese Signale und verursachen eine Schmerzempfindung, wenn die Reize stark genug sind und projizieren sie in die auslösende Region.
Ursache für erhöhte mechanische Belastungen des Gelenkknorpels können natürlich Achsfehlstellungen, Übergewicht oder entsprechende Dispositionen sein. Ihr Anteil an der Entwicklung des Schmerzgeschehens ist aber zunächst sehr gering. Eine viel wichtigere Rolle spielt in der heutigen Zeit Bewegungsmangel. Die meisten Gelenke werden auf den Tag verteilt nicht nur zu wenig bewegt, sondern in den meisten Bewegungsrichtungen auch nicht endgradig oder überhaupt nicht mehr. Am besten lässt sich das an sitzenden Tätigkeiten darstellen. Knie- und Hüftgelenke sind die ganze Zeit in gebeugter Stellung gefangen, die Arme arbeiten nur in einem kleinen Sektor vorne unten vor dem Körper. Bestimmte Bewegungen und Winkelgrade werden nicht mehr benutzt.
Das hat langfristig zwei Konsequenzen:
1. Der Gelenkknorpel wird dünner, weil er nicht mehr ausreichend ernährt wird. Dazu braucht er nämlich den Wechsel zwischen Druck und Entlastung, wie er bei Bewegung entsteht.
2. Weil die Gelenke nur noch in einem kleinen Sektor bewegt oder gehalten werden, verteilt sich der Druck nicht mehr auf den gesamten Gelenkknorpel, sondern nur noch auf eine kleine Fläche. Das fördert grundsätzlich auch den Verschleiß, setzt aber noch eine andere Reaktion des Systems in Gang. Die vermehrte Belastung wird gemeldet und im Gehirn verarbeitet mit der Konsequenz, dass Muskeln aktiviert werden, die das Gelenk eigentlich wieder in ungenutzte Bereiche bewegen könnten. Unsere Gewohnheiten lassen das aber nicht zu. Dadurch wird die erhöhte Spannung in diesen Muskeln auch in Druck ins Gelenk und auf den Gelenkknorpel umgewandelt. Langfristig führt dieser Mechanismus dazu, dass das Bindegewebe der Muskeln und der beteiligten Faszien an Elastizität verliert. Der bewegungsarme Zustand wird zunehmend „zementiert“. Übersteigt die so entstandene Belastung eine gewisse Intensität, initiiert das Gehirn einen Alarmschmerz in dem entsprechenden Gebiet mit dem Ziel, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Leider interpretieren die meisten Menschen dieses Signal nicht richtig und bekämpfen den Schmerz mit Medikamenten, Spritzen oder sogar einer OP, anstatt die Ursache zu beseitigen.
Therapie:
Eine ursächliche Therapie ist langfristig nur dann erfolgreich, wenn gleichzeitig die verursachenden Faktoren beseitigt werden. Das bedeutet, dass grundsätzlich mehr Bewegung für die Gelenke in den Alltag integriert werden muss (Arbeitsplatz und Freizeit) und zusätzlich regelmäßig Übungsprogramme durchgeführt werden zum endgradigen bewegen der Gelenke in allen Bewegungsrichtungen.
Spezifische Therapie
o Osteopressur = Druck auf bestimmte Knochenpunkte, um die Spannung im Muskel- und Fasziengewebe herabzusetzen
o Faszien-Roll-Massage im zugehörigen Gebiet
o Engpassdehnungen, um das Bindegewebe in Muskeln und Faszien wieder elastischer zu machen und mehr Gelenkbeweglichkeit zu erreichen
Die regelmäßige und dauerhafte Durchführung dieser Maßnahmen führt in den meisten Fällen zu einer schnellen Reduzierung oder Beseitigung der Schmerzen und langfristig zu mehr Mobilität, Aktivität und Lebensqualität. Dieses Programm ist nach der anfänglichen Unterstützung und Anleitung durch den Therapeuten als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht.
Ernst Ternig
Knackpunkt Physio
Email: knackpunkt.physio@gmail.com
Telefon: 02351 9262539
Für eine kostenlose Beratung stehe ich gerne zur Verfügung






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